Seminar und Sommerhitze

Seminar_715Auch wenn in der Frankfurter Innenstadt die Temperaturen am Samstag die 40-Grad-Marke erreichten: Hitzefrei gab es nicht. Stattdessen hieß es für 13 Teilnehmer/innen, eine Dozentin und eine Organisatorin „Plotten statt Freibad“. Das nennt man wahre Leidenschaft fürs Schreiben!
Diese Leidenschaft war im Verlauf des Seminars dann auch immer deutlicher spüren. Schon bei der Vorstellungsrunde merkte man, wie intensiv jede und jeder der Anwesenden für die eigene Geschichte brannte. Immer wieder wurden auch ähnliche Probleme geschildert, warum das Schreiben ins Stocken geraten war. Erste „Leidensgemeinschaften“ bildeten sich.
Nach einer theoretischen Einführung in die Methode „Plotten für Chaoten“ durch die Dozentin Kathrin Lange begann es den ersten Teilnehmern bereits in den Fingern zu jucken, das Gelernte anzuwenden. Zunächst jedoch wurde das Wissen durch Beispiele vertieft. Anhand zweier Teilnehmerprojekte erläuterte Kathrin Lange, wie sie an den Plot herangehen und aus der Grundidee eine tragfähige Story entwickeln würde. Der Aha-Effekt stellte sich dabei nicht nur bei den jeweiligen Autorinnen ein, sondern in der gesamten Gruppe wurde die Methode dadurch plötzlich plastisch und anwendbar. Die Möglichkeit, sie nun endlich auch selbst auszuprobieren, wurde auf den Nachmittag vertagt, weil es zunächst galt, einige Nachfragen zu beantworten.
Das Seminar fand in den Seminarräumen der Frankfurter Jugendherberge statt, genauer gesagt, in deren „Gartenhaus“, was er ermöglichte, die Mittagspause ebenfalls im Garten zu verbringen. Dort war das Highlight bei diesen Temperaturen der kleine Brunnen, der zumindest ein bisschen Abkühlung brachte.Jugendherberge
Der zweite Teil des Tages gab den Teilnehmern die Möglichkeit, das Gelernte auf die eigenen Texte anzuwenden. Unterstützung erhielten sie dabei durch individuelle Ratschläge der Dozentin, die einigen Teilnehmern auch noch Anregungen für die Story gab. Trotz Klimaanlage rauchten schon bald die Köpfe. Nach und nach platzten Knoten, bisherige Schreibblockaden erwiesen sich als überwindbar, Problemstellen wurden analysiert und aus der Welt geschafft.
Der heiße Kaffee fand an diesem Tag nicht besonders viel Zuspruch, dafür eher Wasser und Saft.
Die abschließende Feedback-Runde zeigte: An einem langen und intensiven Arbeitstag waren nicht nur neue Ansätze und Ideen entstanden und Methoden vermittelt worden. Bei manchen Teilnehmer, die schon kurz davor gewesen waren, ihr Projekt – oder gar das Schreiben selbst – aufzugeben, wurde die Leidenschaft für den eigenen Roman neu entfacht.
Für uns Veranstalter ist es jedes Mal wieder schön zu sehen, wenn nach einem solchen Seminar die Autorinnen und Autoren motiviert und glücklich nach Hause gehen. Und noch schöner ist es, in den diesem Seminar folgenden Tagen per Mail zu erfahren: „Jetzt läuft es mit dem Plot! Danke!“
Wir freuen uns auf das nächste Plotseminar im September in Hannover!