Mein Recht und meine Daten: Datensicherheit und Urheberrecht für Autoren

Ist ein Buch erst einmal veröffentlicht, genießt der Inhalt den Schutz des Urheberrechts. Das hindert zwar diverse Portale nicht daran, die Bücher ohne Rücksprache mit dem Autor trotzdem zu kopieren – aber dieses Vorgehen ist dann eindeutig illegal und kann strafrechtlich verfolgt werden. Die Verfolgung illegaler Kopien übernimmt bei Verlagsautoren in der Regel der Verlag, bei Selfpublishern sollte jeder Autor selbst einen Weg zu finden, zumindest seinen Rechtsanspruch geltend zu machen.

Aber der Weg zu einer Veröffentlichung ist ja bekanntlich weit. Wie sieht es denn mit dem Rechtsschutz vor der Buchveröffentlichung aus?

Leider schützt das Urheberrecht nur Werke, nicht Ideen (§1 UrhG, §2 UrhG). Es gilt somit ab dem Tag der Werkschöpfung, das heißt ab dem Zeitpunkt, ab dem Sie nachweisen können, dass Ihr Buch existiert. Die Frage ist nur, wie man diesen Nachweis liefert. Existiert das Buch nur auf der eigenen Festplatte, ist das nicht so einfach. Andererseits sollten dann die Daten auch nicht geklaut werden können. In Sachen Datensicherheit gibt es eine ganz einfache Regel: Alles, was im Internet zu finden ist, kann geklaut werden. Egal ob beim Versand per E-Mail, bei der Speicherung in einer beliebigen Cloud oder beim Übertragen per ftp. Und wirklich sicher ist die Datei auch auf Ihrer Festplatte nur dann, wenn der Rechner nicht an das Internet angeschlossen ist, schließlich bietet das weltweite Netz jede Menge Einfalltore für Trojaner und Viren.

Um ein Buch zu veröffentlichen, muss man es aber in der Regel in irgendeiner Form ins Internet bringen, und sei es nur bei der Datenübertragung zur Druckerei. Außerdem: Je mehr Werbung man für sein Buch machen möchte, desto häufiger ist es notwendig, Informationen über das Internet weiterzugeben. Hier ist nun das Fingerspitzengefühl des Autors gefragt, zwischen Datenschutz und Werbemaßnahme zu unterscheiden. Das ist nicht einfach, und Verlage kennen es, wenn Autoren ungefragt alles – vom Manuskript über das Grundschulzeugnis bis hin zum Kontoauszug – an die öffentliche E-Mail-Adresse des Verlags mailen. Auf diese haben meist auch noch mehrere Mitarbeiter Zugriff. Dem gegenüber stehen Autoren, die sich weigern, dem Verlag auch nur das Genre ihres Manuskripts zu verraten, bevor dieser nicht eine bestätigte Vertragszusage schickt. Wie immer gilt auch hier: Der Mittelweg wäre optimal.

Über die Autorin:

thoms_72dpiSandra Thoms ist die Geschäftsführerin der Verlage Dryas und Goldfinch und außerdem freie Lektorin. Mit ihrem Wissen um Verlagsabläufe und dem Überblick über den Buchmarkt beurteilt sie die Veröffentlichungs- und Verkaufschancen von eingereichten Manuskripten. Außerdem gibt sie Seminare im Bereich digitales Publizieren und bloggt unter www.miss-eyre.de .