Schreibprogramme für Autoren

Die meisten Autoren verfassen ihre Text und Romane mit Word. Aber Word ist für den Schreibprozess eines Romanes nicht die beste aller Lösungen, es geht besser.

Word ist ein Format, in dem Verlage in der Regel die Manuskripte erhalten möchten. Doch wäre es nicht schön, wenn man in dem Schreibprogramm auch gleich alle Rechercheinfos abspeichern könnte? Oder das Programm einen bereits auf Schachtelsätze aufmerksam macht? Oder sollte es lieber ein Programm sein, das hilft, sich nicht ablenken zu lassen?

Es gibt unterschiedliche Schreibtypen, daher finden sich auch unterschiedliche Schreibprogramme auf den Markt und diese in unterschiedlichen Preisklassen.

Ein guter Überblick über die wichtigsten Schreibprogramme findet sich auf der Seite des Autors Markus Lamprecht. Einzig die dortige Einteilung nach Betriebssystemen ist dort nicht ganz zeitgemäß, da die meisten Schreibprogramme für Autoren inzwischen auf allen Plattformen laufen.

Vorstellen möchte ich an dieser Stelle die drei Klassiker unter den Schreibprogrammen für Autoren: Scrivener, YWriter und Papyrus.

Scrivener

Scrivener gibt es für Mac und Windows zum Preis von 40 USD. Die Software bietet Autoren nicht nur die Möglichkeit, ihren Text zu schreiben, sondern wartet auf mit Charakterbögen für seine Figuren, Platz für Recherchematerial oder Hilfe bei der Gliederung. Hierzu gibt es jede Menge Vorlagen, z.B. für den »Roman mit Parts« oder Drehbücher, Rezepte usw. Insgesamt eine Software, die unendlich viele Features und Möglichkeiten beinhaltet und daher für jeden Autor und Schreibtyp das Richtige mitbringt – nur nicht für Ungeduldige, denn die Einarbeitung in die Software braucht aufgrund der Komplexität etwas Zeit. Die Texte aus Scrivener lassen sich in die unterschiedlichsten Formate konvertieren, auch E-Books können ausgegeben werden. Download des Schreibprogramms.

YWriter

YWriter legt den Schwerpunkt auf Unterstützung bei der Gliederung. Die Software ist kostenlos. Hier geht es zum Download. Auch eine Materialsammlung ist mit der Software möglich, das Schreiben erfolgt allerdings auf einem externen Editor. Großen Wert legte der Entwickler – selbst Autor – auf das Backup-System des Schreibprogramms. Insgesamt ein brauchbares Programm für Autoren, aber nicht so umfangreich wie Schrivener oder Papayrus.

Papyrus

Papyrus (www.papyrus.de) ist für deutschsprachige Autoren der Mercedes unter den Schreibprogrammen. Unschlagbar ist die sehr gut integrierte Duden-Rechtschreibprüfung. Die gibt es auch für Word, wo man sie allerdings zusätzlich erwerben muss. Papyrus kann zum Preis von 179 Euro über diesen Link gekauft werden. Der Preis sollte nicht abschrecken, denn für sein Geld bekommt man etwas geboten. Ein wichtiges Feature für Autoren ist z.B. die Stilanalyse. Hier werden Wortdoppelungen, zu lange Sätze, Adjektive usw. markiert. Doch nicht nur Stil, Rechtschreibung und Grammatik können geprüft werden, auch die gesamte Lesbarkeit des Textes. Das ersetzt natürlich kein Lektorat, leistet aber Vorarbeit – und nicht nur ich hatte hier beim Schreiben schon einige überraschende Ergebnisse.

Natürlich bietet auch Papyrus Platz für Recherchematerial, ebenso gibt es die Möglichkeit einen Zeitstrahl für das Manuskript anzulegen, damit man sich hier beim Schreiben nicht verheddert. Auch eine Backup-Verwaltung bietet das Schreibprogramm und angepasst auf deutschsprachige Autoren Zusatzelementen wie das automatische Formatieren nach Normseiten. Der Text lässt sich in unterschiedlichen Formaten abspeichern z. B. in Word oder auch als E-Book. Papyrus wird übrigens von dem Autor Andreas Eschbach empfohlen. Bei der Entwicklung des Programms wird intensiv mit Autoren Rücksprache gehalten, welche Features gewünscht werden.

Ein Tipp zum Schluss

Übrigens: Wer am liebsten ganz ohne Hilfsmittel und Ablenkung schreibt, sich aber gerne optisch und musikalisch inspirieren lässt, dem sei der ZenWriter empfohlen. Das Programm bietet einen Vollbildmodus für den Text und eine Minimalanzahl an Buttons. Man sieht den selbst gewählten Hintergrund und es gibt einen Tag- und einen Nachtmodus (für müde Augen). Außerdem ist Musik inklusive (den Ton kann man aber auch ausschalten).

Über die Autorin

thoms_72dpiSandra Thoms ist die Geschäftsführerin der Verlage Dryas und Goldfinch und außerdem freie Lektorin. Mit ihrem Wissen um Verlagsabläufe und dem Überblick über den Buchmarkt beurteilt sie die Veröffentlichungs- und Verkaufschancen von eingereichten Manuskripten. Außerdem gibt sie Seminare im Bereich digitales Publizieren und bloggt unter www.miss-eyre.de .