Autoren und ihre Pseudonyme

Anstatt unter ihrem richtigen Namen Bücher zu schreiben und zu veröffentlichen, nutzen Autoren gerne Pseudonyme. Was steckt dahinter?

Seit vielen Jahren schon nutzt die Autorenwelt Pseudonyme. Das ist nicht nur ein Phänomen unter weltbekannten Autoren, sondern besonders im Self-Publishing-Bereich beliebt. Viele Schreibende veröffentlichen ihre Titel nicht unter ihrem bürgerlichen Namen, sondern nutzen einen Fantasienamen. Doch warum ist das so? Und warum findet man gerade Pseudonym-Bücher immer wieder in den Bestsellerlisten? Sandra Thoms von den Romanmentoren klärt auf.

Zahlreiche weltweit bekannte Autoren, wie Oscar Wilde oder Ray Bradbury haben nicht nur unter ihrem richtigen Namen, sondern auch unter einem Pseudonym Bücher veröffentlicht. Während das Pseudonym dieser Schriftsteller bekannt ist, gibt es ebenso viele Schreiber, die ausschließlich unter einem anderen Namen veröffentlicht haben. Einer der bekanntesten Vertreter ist „Janosch“, der mit bürgerlichem Namen Horst Eckert heißt. Diese Liste kann nahezu endlos fortgeführt werden. Beliebt sind Pseudonyme aber auch wenn zwei oder mehrere Autoren zusammen ein Buch schreiben. Iny Lorentz, in Deutschland sehr bekannt für historische Romane, ist da das beste Beispiel. Hinter diesem Namen verbirgt sich das Autoren-Ehepaar Iny Klicke und Elmar Wohlrath.

Oft gestellt Frage: Braucht man ein Pseudonym?

Dazu meint Sandra Thoms: „Nein, es gibt keine Vorschrift, die das besagt, allerdings gibt es viele Gründe, die für die Verwendung von Pseudonymen sprechen.“Die Gründe für die Wahl eines Künstlernamens sind sehr vielseitig. Handelt es sich um bereits bekannte Autoren, nutzen sie gern einen anderen Namen, wenn sie ein anderes Genre als das, in dem sie bereits erfolgreich sind, bedienen. Hat sich ein Autor etabliert, dann hat der Leser (Fan) eine gewisse Erwartungshaltung. Bedient der Autor aber ein anderes Genre, würde er den Leser möglicherweise enttäuschen, was seinem Image schaden könnte. Da ist ein anderer Name oft sehr hilfreich.

Andererseits nutzen einige Autoren auch einen Fantasienamen, weil sie durch das Buch nicht zu sehr in der Öffentlichkeit stehen wollen. Ein Pseudonym schützt daher die Privatsphäre.

Immer wieder spielt auch das Geschlecht eine Rolle. Autorinnen entscheiden sich häufig für einen männlichen Künstlernamen, um in Genres wie Science-Fiction oder im Fantasy-Bereich erfolgreicher zu sein.

In den meisten Fällen aber ist der bürgerliche Name schlichtweg zu langweilig, zu schwer auszusprechen und zu schwer zu merken. Eingängige Namen sind da die einfachere Lösung.

Schwierigkeiten bei der Verwendung von Pseudonymen

Leider ist die Verwendung von Pseudonymen mit einigen Stolperfallen verbunden. Vor allem dann, wenn der eigene Name in keinem Fall mit dem Buch in Verbindung gebracht werden soll. Der Gesetzgeber in Deutschland sieht nämlich vor, dass für gewerblich genutzt Webseiten – dass kann die Autorenseite sein, eine Webseite für das Buch oder aber auch ein Account bei Facebook – sowie für Bücher und E-Books ein Impressum erforderlich ist. Und in diesem Impressum muss eine „ladungsfähige Anschrift“ vorhanden sein. Man kann also nicht ganz anonym bleiben. Über diese Adresse ließe sich herausfinden, wer wirklich hinter diesem Buch steckt. Daher im Folgenden einige Tipps, wie man diese gesetzliche Vorgabe umgehen kann:

Über einen Verlag publizieren

Meist wird schon im Vertrag mit dem Verlag festgehalten, ob unter einem Pseudonym veröffentlicht wird oder nicht. Die Entscheidung, ob ja oder nein, liegt beim Autor. Es sei denn, es handelt sich um Reihen, die einen Reihen-Autorennamen haben – dies ist im Heftromanbereich häufig der Fall. Dann muss unter diesem Sammelpseudonym veröffentlicht werden.

Wenn man im Verlag unter Pseudonym veröffentlicht, kann man festlegen, ob das Pseudonym geschlossen oder offen sein soll. Ein offenes Pseudonym ist ein Pseudonym, dass durchaus auch bekannt werden kann und mit dem die Autorin oder der Autor offen wirbt. Z. B. veröffentlicht die Autorin des Goldfinch Verlags, Rebecca Michéle, unter mehreren Pseudonymen, die sie auf Ihrer Webseite alle auflöst.

Ein geschlossenes Pseudonym ist ein Pseudonym, das unter gar keinen Umständen gelüftet werden darf, zu dieser Geheimhaltung verpflichtet sich der Verlag. Ein aktuell bekanntes Beispiel ist der Autor Jean-Luc Bannalec, der mit dem Krimi „Bretonische Verhältnisse“ in den Bestsellerlisten steht. Wer sich hinter dem Pseudonym verbirgt, ist nicht bekannt, die Gerüchteküche brodelt aber heftig.

Einen Freund bitten, die Impressums-Adresse zu stellen

Gute Freunde sind immer Gold wert – und auch hier findet sich vielleicht jemand, der einspringen möchte.

Ideenkarree nutzen

Das Unternehmen Ideenkarree aus Leipzig bietet einen Pseudonym-Service, bei dem Name und Anschrift gestellt werden und die Post weitergeleitet wird. Weitere Infos hier.

Über die Autorin:

13Kathrin Bolte arbeitet seit 10 Jahren in ihrer eigenen Agentur für Onlinemarketing und hat sich hier auf das Social Media Marketing und die Pressearbeit spezialisiert. Sie arbeitet zudem als freie Redakteurin, ist Blogger mit Leib und Seele und entwirft Marketingkampagnen für Autoren. Bei den Romanmentoren kümmert sich sie um alle Belange der Pressearbeit und den Social Media Bereich. Weitere Informationen unter www.kathrin-bolte.de